Monte Smith und die Akropolis von Rhodos
Von Rhodos Blog Team | 23.Juli 2011

Die Akropolis der antiken Stadt Rhodos lag auf einem Höhenrücken im Südwesten der heutigen Stadt. Die Italiener nannten ihn Monte Stefano, heute heißt er wieder wie im 19. Jh. Monte Smith. Benannt ist er nach einem britischen Admiral, der 1802 die britischen Marineeinheiten auf Rhodos befehligte, die hier während des napoleonischen Ägypten-Feldzugs stationiert waren.
Die antike Akropolis ist eine Enttäuschung, wenn man etwas den Akropolen von Athen oder Lindos Vergleichbares erwartet. Zu sehen gibt es hier nur wenig – und das ist zumeist noch eine Neuschöpfung aus italienischer Zeit. Der Gang oder die Fahrt hinauf lohnen aber dennoch, da die Überreste in freier Natur liegen und der Blick auf Stadt und Küste durchaus eindrucksvoll ist.
Wer zu Fuß hinaufgeht und nicht den Stadtbus Nr. 5 (z.B. ab Nea Agora) benutzt, wählt dafür am besten den Weg durch die Odos Diagoridon. Hat man die Odos Pavlou Mela überquert, liegt gleich rechterhand ein kleines Ausgrabungsgelände, in dem die Archäologen den Standort mehrerer Bronzegussöfen aus dem 4. und 3. Jh. v.Chr. erkannt haben: hier wurden vielleicht Teile des Koloss von Rhodos gegossen.

Am oberen Rand des bebauten Gebiets führt dann ein Weg nach links zum schon gut sichtbaren Odeon der antiken Stadt, einem kleinen, ursprünglich überdachten Theater. Auf seinen Sitzreihen, von denen nur noch die unteren drei original sind, fanden einst bis zu 800 Zuschauer Platz.

An das Odeon schließt sich das rekonstruierte Stadion aus dem 2. Jh. v.Chr. an. Vom Original haben sich nur wenige Sitzstufen im Kurvenbereich sowie Teile der Startvorrichtung für die Läufer erhalten.
Oberhalb von Odeon und Stadion ragen auf der alten Tempelterrasse noch dreieinhalb wieder aufgerichtete Säulen vom antiken Tempel des Apollon Pythios auf. Auch ein Stück der Giebelkonstruktion haben die italienischen Archäologen nachgebaut.
Wendet man sich auf der oberhalb des Tempels verlaufenden Asphaltstraße nach rechts, kommt man auf dem Weg zurück in die Stadt an einer Antennenstation vorbei, zu deren Füßen einige wenige Säulentrommeln von einem Tempel der Athena Polias zeugen. Dass auf der Akropolis noch zahlreiche weitere Tempel standen, wissen die Archäologen. Der Laie sieht nichts davon.
Beitrag aus: Ausflugstipps |
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