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Kreuzritter der Johanniter - Krankenpfleger und Piraten

Von Rhodos Blog Team | 20.Dezember 2008

Die Altstadt von Rhodos wird von den Festungsmauern, Palästen und Straßenzügen aus der Zeit der Johanniter geprägt, die von 1309-1522 über Rhodos herrschten. Da ist es gut, ein wenig über diese Kreuzritter zu wissen. 

Die Rittergasse in Rhodos StadtLänger als jeder andere Ritterorden des Mittelalters blieben die Johanniter eine streitbare Macht im Mittelmeer. Der Ursprung des Ordens lag in Jerusalem. Hier betrieb eine christliche Bruderschaft in der Nähe eines Johannes dem Täufer geweihten Kirche schon vor dem Ersten Kreuzzug (1099) ein Pilgerhospital. Nach der Eroberung Jerusalems durch die Katholiken verbreitete sich sein Ruf in ganz Europa. Viele hier geheilte Ritter überschrieben dem Hospital Besitzungen oder vermachten ihm Einnahmen aus ihren Ländereien. Mit diesen Mitteln gründeten die Brüder weitere Hospize an den Pilgerwegen zwischen Frankreich und dem Heiligen Land. 113 verlieh der Papst der Bruderschaft wegen ihrer Verdienste den Status eines Ordens. Nun strömten ihm vermehrt arme Adlige und Zweitgeborene zu, die eine gesicherte Existenz suchten. Der Orden errichtete Dependancen in vielen Mittelmeerhäfen und übernahm sogar die Vorfinanzierung von Pilgerfahrten. Immer mehr wandte man sich jetzt auch kriegerischen Aufgaben zu und baute eine eigene Flotte auf.

Als die Johanniter nach dem Verlust des Heiligen Landes an die Moslems ihren Sitz ab 1309 nach Rhodos verlegten, besaß der Orden schon fest eingefahrene Strukturen. Nur Adelige konnten Ordensritter werden; ihre Höchstzahl wird auf etwa 600 geschätzt. Sie bildeten die Elite einer Gemeinschaft, der außerdem zahlreiche Priester und viele Laienbrüder angehörten, deren Hauptaufgabe die Krankenpflege im Ordenshospital auf Rhodos war. Der Orden besaß Zuckerrohrplantagen und Zuckerraffinerien auf Rhodos und Zypern, in der Stadt Rhodos hatten genuesische und florentinische Handelshäuser Niederlassungen errichtet. Der Hafen von Rhodos war ein wichtiger Umschlagplatz für Waren aus dem Orient und für die Beute, die die Johanniter auf ihren zahllosen Kaperfahrten machten. Offiziell griffen sie zwar nur Schiffe von Moslems an, aber die Gelegenheit, christlich-byzantinische Kauffahrer auszurauben, ließen sich auch die frommen Brüder nicht immer entgehen. Auf den Ruderbänken ihrer Galeeren angekettet saßen moslemische Kriegsgefangene, verurteilte Kriminelle und auch christliche Schuldner, die den harten Dienst einem Kerkeraufenthalt vorzogen. Christliches Erbarmen beschränkten die Ritter aufs Hospital: Ruderer, die erschöpft zusammenbrachen, wurden von ihnen einfach ins Meer geworfen.

Autor: Klaus Bötig

Beitrag aus: Klaus Bötig's Kolumne |


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