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Heiliger mit Hundekopf

Von Rhodos Blog Team | 25.Oktober 2008

Außer der weltberühmten Akropolis von Lindos mit antikem Athena-Heiligtum und Kreuzritterburg ist die Marienkirche im Dorfzentrum die zweite große Sehenswürdigkeit im wohl schönsten Ort der Insel. Natürlich ist es eine griechisch-orthodoxe Kirche – und wie viele von ihnen, ob alt oder modern, ist sie innen mit zahllosen Wandmalereien geschmückt.

Der Heilige Christophorus von Sochos - handgemalte Kopie von Olga SuhrenEine von ihnen ist aber eine echte Rarität: Die Darstellung des hl. Christophorus als Mensch mit Hundekopf! Die Darstellungsweise ist dabei durchaus keine Erfindung des Malers. Das Motiv ist schon seit den frühesten Zeiten des Christentums bekannt. Eine Ikone mit dem hundeköpfigen Christophoros (so sein griechischer Name) gehört beispielsweise dem Byzantischen Museum in Athen.

 

Eine andere steht in der Dorfkirche von Sochos in Nordgriechenland.

Erklärungsversuche für diese Darstellungsweise gibt es gleich mehrere. Im Volk hat sich eine Legende herausgebildet: Der römische Soldat, der sich zum Christentum bekannte, war so schön, dass ihn viele Frauen in Versuchung führen wollten. Um denen nicht ständig ausgesetzt zu sein, und sich ganz auf Gott konzentrieren zu können, wünschte er sich einen Hundekopf – und bekam ihn prompt.

Religionswissenschaftler halten eine andere Erklärung bereit: Im frühen Christentum waren die heidnischen Religionen noch sehr lebendig. Um auch die Heiden zum Christentum bekehren zu können, musste man ihnen Brücken bauen. Überall im Römischen Reich wurden auch die ägyptischen Götter verehrt. Und die hatten häufiger Tierköpfe. Also mussten auch die “Missionare” christliche Heilige mit Tierköpfen bieten – einer davon war eben der Christophorus.

Wer die Darstellung in der Kirche in Lindos sucht: Man findet sie unten an der rechten Längswand (Das hier abgebildete Foto ist allerdings nicht der Christophoros von Líndos, sondern der von Sochós auf einer modernen, von Olga Suhren handgemalten Kopie).

Autor: Klaus Bötig

Beitrag aus: Klaus Bötig's Kolumne |


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