Rhodos Startseite Rhodos Blog alle Reiseangebote mit Frühstück mit Halbpension mit all inclusive


Blog Stichwort Suche


Neuste Rhodos Artikel

Rhodos Archive

Das Archäologische Museum in Rhodos Stadt

Von Rhodos Blog Team | 27.Juli 2011

Man betritt das Archäologische Museum in der Stadt Rhodos durch ein Torgewölbe, das in einen großen, fast quadratischen Innenhof führt. Er ist von zweigeschossigen Arkaden umgeben. Auf der Rückseite des Hofes ist hinter einem frühchristlichen Bodenmosaik aus einer Basilika bei Arkassa auf Karpathos die späthellenistische Skulptur eines Löwen aufgestellt, der einen Stierkopf zwischen den Pranken hält. In der Nordwestecke des Hofes sind marmorne Kugeln aus der Antike, die mit Katapulten abgeschossen wurden, zu einer Pyramide aufgeschichtet. Die Kugeln aus Granit in der Südwestecke stammen aus der Ritterzeit.

Eine neuzeitliche Freitreppe in der Südostecke des Hofes führt ins Obergeschoss. Wendet man sich dort im Säulengang nach links, steht man nach ein paar Schritten vor dem Eingangstor zum Großen Krankensaal des Ordenshospitals. Seine Maße sind gewaltig: 51 m ist er lang, 12,25 m breit und bis zu 7,5 m hoch. Sieben achteckige Säulen, die acht Spitzbogen tragen, stützen die schräge Holzdecke. Einige weit oben liegende Fenster tauchen den Saal in ein dämmriges Halbdunkel. Um die Wirkung des Raums nicht zu stören, haben die Archäologen hier keine antiken Exponate aufgestellt, sondern nur Grabplatten und Wappensteine von Rittern entlang der Wände platziert.

In der Südwestecke des Saals führt ein Durchgang in das ehemalige Refektorium und in die daran unmittelbar anschließende Küche des Hospitals. In diesen Räumen beginnt nun die Ausstellung antiker Objekte. Die Kouros-Statuen aus dem 6. Jh. v.Chr. stehen noch stark unter orientalischem Einfluss. Überlebensgroße Statuen nackter Jünglinge wie diese hier wurden im 7. und 6. Jh. v.Chr. in vielen Heiligtümern Griechenlands zu Ehren des Gottes Apollo aufgestellt.

Die Grabstele der Timarista und Krito aus dem späten 5. Jh. v. Chr. Zeigt deutlich, welche Entwicklung die griechische Kunst innerhalb nur eines Jahrhunderts durchgemacht hat. Auf dieser Reliefdarstellung zweier Frauen aus Kamiros ist nicht wie beim Kouros ein Typus dargestellt, sondern zwei Individuen in einer ganz konkreten Haltung. Die Tochter Krito (links) nimmt von ihrer vor ihr stehenden, verstorbenen Mutter (rechts) Abschied. Über alle Individualität hinaus gelingt es dem Künstler, der Darstellung Allgemeingültiges zu verleihen: Sie ist zeitloser Ausdruck von Trauer.

Die Kauernde Aphrodite ist dann eine Skulptur aus hellenistischer Zeit, also aus dem 3. Jh. v.Chr. Das Götterbildnis ist hier kein religiöses Kultbild mehr, sondern Schmuckstück, von vornherein als Kunstwerk geplant und wahrscheinlich zu Repräsentationszwecken in einer Villa oder einem Garten aufgestellt. Auch hier wird ein Moment erfasst, aber es geht nur um eine Spielerei, nicht mehr um den Ausdruck eines tiefen inneren Gefühls. Dementsprechend ist die ganze Statue auch auf Hochglanz poliert.

Der Kopf des Sonnengottes Helios aus der Zeit um 200 v.Chr. war Teil eines Prunkreliefs an einem öffentlichen Gebäude, das den Sonnengott als Lenker des am Himmel entlang ziehenden Sonnenwagens zeigte. In den Löchern am Hinterkopf war wahrscheinlich ein metallener Strahlenkranz angebracht, den spätere Plünderer einschmolzen.

Beitrag aus: Sehenswürdigkeiten |


...gehe weiter zu:

« Limni Strand | Rhodos Blog Startseite | Lindos 2011 »

Kommentare